GmbH Stammkapital und mini-GmbH Stammkapital

Dieser Artikel informiert Sie über die Höhe des Stammkapitals, die Möglichkeit der Gründung mit der halben Stammeinlage, sowie sie die Modalitäten der ordnungsgemäßen Einzahlung und Verwendung der Stammeinlage. Verwenden Sie die folgenden Links, um direkt zum jeweiligen Abschnitt zu springen.

  1. Höhe des mini-GmbH bzw. GmbH Stammkapitals
  2. Gründung als Bargründung, Einzahlung der Stammeinlage oder Sachgründung
  3. Stammkapital korrekt verwenden oder als Kredit ausgeben

Höhe des mini-GmbH / GmbH Stammkapitals

GmbH Stammkapital für Gründung: 25000 EuroDas vorgeschriebene Mindest-Stammkapital beträgft 1 € für eine mini-GmbH und 25.000 € für eine GmbH. Das tatsächliche Stammkapital darf natürlich auch höher sein.

Was vielen Gründern nicht bewusst ist: Während einer GmbH-Gründung muß der Anteil jedes einzelnen Gesellschafters an der Stammeinlage nur zu jeweils einem Viertel erbracht werden. Dabei muß die Gesamtsumme der eingezahlten Beträge jedoch mindestens so hoch sein wie die Hälfte der Mindeststammeinlage (12.500 €).

Nicht eingezahlte Teile der Stammeinlage können beliebig viel später (also ggf. auch nie) eingezahlt werden. Die Entscheidung über diese Forderung liegt bei der Geschäftsführung. Das bedeutet: Falls die Gesellschaft einmal insolvent werden sollte, ist damit zu rechnen, dass der Insolvenzverwalter ggf. noch fehlende Teile der Stammeinlage nachfordert.

Seit der 2008 muß auch bei Ein-Mann Gründungen nur noch das halbe GmbH Stammkapital zur Gründung bereit stehen. Vor 2008 wurde in diesem Fall die volle Stammeinlage bereits zur Gründung verlangt.

Gründung als Bargründung, Einzahlung der Stammeinlage oder Sachgründung

Für mini-GmbHs ist ausschließlich die Bargründung zulässig. Das GmbHG bezeichnet die Einzahlung der Stammeinlage auf das Konto der Gesellschaft und die Gründung mit Bargeld gleichermaßen als Bargründung. GmbH-Gründer haben alternativ Bargründung auch die Möglichkeit der Sachgründung.

Einzahlung auf das Konto der Gesellschaft

Geschäftskonto Einzahlung Stammkapital GmbHDie meisten GmbH Gründer zahlen die Stammeinlage entweder ganz oder zur Hälfte auf ihr Geschäftskonto ein. Das GmbH-Gesetz bezeichnet diese Art der Gründung als Bargründung.

Wir empfehlen das Musterprotokoll oder einen elektronisch maßgeschneiderten Gesellschaftsvertrag , denn der traditionelle Gründungsprozess ist unnötig lang und komplex:

  1. I.d.R. ist zunächst ein Vorgespräch mit dem Notar oder Rechtsanwalt zu führen, der Ihren Gesellschaftsvertrag erstellt.
  2. Der Notar (der z.B. in Berlin gleichzeitig als Anwalt tätig sein darf) erstellt den Gesellschaftsvertrag und ggf. weitere Gründungs-Unterlagen. Hierdurch können Kosten von vielen hundert Euro entstehen (Stundensätze von 350 € hat der Autor bereits selbst erlebt). Falls der Notar ausgelastet ist, sind ein bis zwei Wochen Wartezeit bis zur tatsächlichen Erstellung des Vertrags einzuplanen.
  3. Ein weiterer Gang zum Notar ist erforderlich, um diese Unterlagen zu unterschreiben und dadurch die Gesellschaft “i.G.” (für “in Gründung”) zu erzeugen.
  4. Sie eröffnen das Firmenkonto auf den Namen der Gesellschaft mit dem Zusatz “i.G.”.
  5. Sie zahlen wenigstens die halbe Mindest-Stammeinlage auf das Firmenkonto ein (Mehr darüber steht im Abschnitt Höhe der Stammeinlage).
  6. Sie erhalten den ersten Kontoauszug zum Nachweis der Einzahlung und senden die Mitteilung, dass die Einzahlung erfolgt ist, an den Notar.
  7. Erst jetzt meldet der Notar die Gründung dem Handelsregister.
  8. Das Handelsregister nimmt die Eintragung der Gesellschaft vor und bescheinigt die Eintragung. Dadurch entsteht die eigentliche GmbH (ohne den Zusatz “i.G.”) und die Haftungsbeschränkung wird wirksam.
  9. Sie senden den Handelsregisterauszug zu Ihrer Bank, die daraufhin den Zusatz “i.G.” aus dem Namen des Kontoinhabers entfernt.

Viele Gründer wollen Ihre Gründung schnell und einfach gestalten: Indem sie Ihre Gründungsunterlagen nach Ihren Vorgaben elektronisch erzeugen lassen, können Sie nicht nur Geld sparen, sondern auch den Gründungsprozess verkürzen.

Gründung mit Bargeld

Bargründung: Geld ZählmaschineAls Alternative zur oben beschrieben Einzahlung auf das Konto der Gesellschaft kann man die gleiche Summe (also mindestens 12500 € für die GmbH Gründung, 1 € für die mini-GmbH Gründung) auch in bar beim Notar vorzeigen. Wichtig: Anschließend darf man dieses Geld nicht mehr mit seinem privaten Geld vermischen, also z.B. auf keinen Fall auf ein privates Konto einzahlen: Nur eine direkte Einzahlung auf das Konto der Gesellschaft ist zulässig. Unabhängig davon, ob Sie dem Notar Bargeld oder einen Kontoauszug vorlegen, spricht das Gesetz von einer Bargründung.

Selbst wenn Sie mit Bargeld gründen, zahlen nahezu alle Gründer das Geld auf ein im Namen der Gesellschaft eröffnetes Geschäftskonto ein. Im Vergleich zur oben beschriebenen Gründung mit Einzahlung der Stammeinlage auf das Geschäftskonto hat sich also im wesentlichen die Reihenfolge verändert. Als zusätzlicher Aufwand kommt hinzu, das Bargeld zu beschaffen (12500 € bekommen sie nicht am Geldautomaten …) und nicht alle Gründer fühlen sich damit wohl, eine solche Menge Geld in bar herumzutragen.

Wenn sie zügig gründen wollen, empfehlen wir ihnen daher, gleich zu Beginn des Prozesses massiv Zeit zu sparen, indem Sie Ihre Gründungsunterlagen vor dem ersten (und ggf. auf einzigen) Notartermin elektronisch erzeugen lassen. Der Artikel So gründen Sie schnell und preiswert beschreibt genau, wie Sie das tun können.

Sachgründung

Für Mini GmbHs ist die Möglichkeit der Sachgründung gesetzlich ausgeschlossen. Beim Rechtsformwechsel (Umwandlung in GmbH) dürfen Sie jedoch Sacheinlagen einbringen.

Für GmbH-Gründungen besteht theoretisch die Möglichkeit der Sachgründung. Praktisch ist diese aber für fast alle Neugründungen nicht sinnvoll:

  • Geldeinlagen müssen zum Gründungszeitpunkt nur zur Hälfte eingezahlt werden. Unter besonderen Umständen genügt sogar ein Viertel des Stammkapitals (siehe Abschnitt: Höhe des Stammkapitals). Sacheinlagen müssen jedoch immer bereits zur Gründung in voller Höhe erbracht werden.
  • Den Wert der Sacheinlage müssen Sie in einem Sachgründungsbericht nachweisen. In vielen Fällen (insbesondere immer dann, wenn es sich um gebrauchte Gegenstände handelt) wird das Amtsgericht ein Sachverständigengutachten verlangen. Dadurch kann sich die Gründung deutlich verzögern.

Wir raten Ihnen zur Bargründung mittels Einzahlung der Stammeinlage auf das Konto Ihrer Gesellschaft.

Stammkapital investieren oder als Kredit ausgeben

Das Stammkapital (GmbH und mini-GmbH) darf man sich als Gesellschafter oder Geschäftsführer zwar nicht wieder auszahlen lassen oder zurück überweisen. Sie dürfen es jedoch durchaus für Belange der Gesellschaft ausgeben, insbesondere z.B. um

  • die Kosten der Gesellschaft zu decken (Büromiete, Telefon uvm.),
  • Investitionen zu tätigen (Möbel, Computer etc.),
  • Gehälter zu bezahlen (auch an Gesellschafter-Geschäftsführer) und
  • unter besonderen Umständen auch, um Kredite zu vergeben (z.B. an eine KG, wenn die Gesellschaft die Rolle des Komplementärs in einer GmbH & Co KG einnimmt.).

Falls Sie also mehr als 12.500 € zur Verfügung haben, kann es sich lohnen direkt eine GmbH zu gründen. Lesen Sie den Artikel So gründen Sie schnell und preiswert.

Wenn Sie eine mini-GmbH gründen wollen, lesen Sie den Artikel mini-GmbH schnell und einfach gründen.

  • Gero Gode
    #1 geschrieben von Gero Gode  vor 1 Jahren

    Eine wichtige Information zu diesem Artikel ist vielleicht noch, dass etwa 400 Euro auch bei der Mini-GmbH sofort eingezahlt werden sollten. Denn die Gründungskosten werden meistens von der Gesellschaft gezahlt. Die ca. 350 Euro anfallenden Kosten würden bei einem Stammkapital von 1 Euro schnell zur Insolvenz führen!


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