Kapitalgesellschaften ÜbersichtDie Tabelle Kapitalgesellschaften Übersicht gibt Ihnen einen schnellen Überblick über die in Deutschland existierenden Formen von Kapitalgesellschaften. Um mehr über die einzelnen Gesellschaftsformen zu erfahren, lesen sie den jeweiligen Abschnitt weiter unten auf dieser Seite.

Möchten Sie wissen was Kapitalgesellschaften von anderen Gesellschaftsformen unterscheidet? Dann lesen Sie den Abschnitt Kapitalgesellschaften: Definition.

Kapitalgesellschaften Übersicht Anzahl Personen Art der Gesellschaft Stammkaptial mindestens Persönliche Haftung* Komplexität im Alltag
Mini GmbH 1 oder mehr Kapitalgesellschaft 1 € keine mittel
Mini GmbH & Co KG 1 oder mehr Mischform 2 € keine mittel
GmbH 1 oder mehr Kapitalgesellschaft 25000 € keine mittel
GmbH & Co KG 1 oder mehr Mischform 25001 € keine mittel
Kleine AG 2 oder mehr Kapitalgesellschaft 50000 € keine hoch
AG 2 oder mehr Kapitalgesellschaft 50000 € keine sehr hoch

Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften: Definition

Eins ist allen Kapitalgesellschaften gemeinsam: Sie beschränken die Haftung der involvierten Personen. Man sagt: Hier haftet nicht der Unternehmer als Mensch, sondern das Kapitel. In Kapitalgesellschaften gibt es immer verschiedene Rollen: Gesellschafter (bzw. Aktionäre) stellen Geld (oder in Ausnahmefällen Sachgüter) zu Verfügung. Ihre Haftung ist beschränkt auf Ihren Anteil am Stammkapital der Gesellschaft.

Die Geschäftsführung (ein oder mehrere Geschäftsführer, bei Aktiengesellschaften der Vorstand) führt, wie der Name schon vermuten lässt, die Geschäfte. Auch die Haftung der Geschäftsführung ist begrenzt: Nur bei groben Verfehlungen (z.B. Insolvenzverschleppung) kann man diese Menschen zur Verantwortung ziehen. Die Geschäftsführung wird von der Gesellschafterversammlung bestellt. Es kann sich um einen oder mehrere Gesellschafter oder auch externe (z.B. angestellte) Personen handeln.

In der Tabelle Kapitalgesellschaften Übersicht werden die drei in Deutschland verfügbaren Grundformen von Kapitalgesellschaften und einige Varianten dieser Grundformen zusammenfassend dargestellt.

Mini-GmbH: Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Im Vorfeld der Reform des GmbH Gesetzes im Jahr 2008 wurden Pläne zur Einführung einer neuen Rechtsform bekannt. Es sollte sich um eine Variante der GmbH handeln, die mit deutlich geringerem Stammkapital gegründet werden kann. In den Medien wurde von der neuen Mini GmbH gesprochen und dieser Name ist bis heute verbreitet. Im Amtsdeutsch (und nur dort) heisst die Rechtsform “Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)”. Den ersten Teil darf man zu “UG” abkürzen, der Zusatz “haftungsbeschränkt” muß grundsätzlich ausgeschrieben werden.

Die Mini GmbH ist rechtlich der GmbH gleichgestellt, es gibt nur wenige Unterschiede. Falls Sie mit der GmbH noch nicht vertraut sind, lesen Sie am besten zuerst den Abscnitt über die GmbH. Relativ dazu sind die Unterschiede:

  • Sie können mit 1 € Stammkapital gründen
  • die Sachgründung ist ausgeschlossen
  • Geld, dass Sie verdienen dürfen Sie als Gehalt (z.B. an sich selbst als Geschäftsführer) auszahlen. Tun Sie das jedoch nicht und weisen formal einen Gewinn aus, so sind Sie verpflichtet 25 % dieses Gewinns auf dem Konto der Gesellschaft anzusparen, bis 25.000 € erreicht sind. Das nennt man Thesaurierungspflicht.
  • Haben Sie 25.000 € angespart, so sind Sie berechtigt (aber nicht verpflichtet) Ihre mini-GmbH in eine reguläre GmbH umzuwandeln und entsprechend auch die Bezeichnung zu wechseln.

Um Ihre mini-Gmbh zügig und preiswert zu gründen, verwenden Sie das Musterprotokoll oder einen elektronisch maßgenschneiderten Gesellschaftsvertrag. Beides wird erklärt im Artikel:

UG: Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Die allgemein verbreite Bezeichnung für die UG (haftungsbeschränkt) lautet Mini GmbH. Lesen Sie alles weitere im Abschnitt über die Mini GmbH.

GmbH: Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Menschen können hier verschiedenen Rollen einnehmen: Gesellschafter stellen Geld (oder in Ausnahmefällen Sachgüter) zu Verfügung. Ihre Haftung ist beschränkt auf Ihren Anteil am Stammkapital der Gesellschaft.

Die Geschäftsführung (ein oder mehrere Geschäftsführer führt die laufenden Geschäfte; für Grundsatzentscheidungen kann die Zustimmung der Gesellschafterversammlung erforderlich sein. Die Haftung der Geschäftsführung ist begrenzt auf groben Verfehlungen (z.B. Insolvenzverschleppung). Die Geschäftsführung wird von der Gesellschafterversammlung bestellt. Es kann sich um einen oder mehrere Gesellschafter oder auch externe (z.B. angestellte) Personen handeln.

Das vorgeschriebenen mindest-Stammkapital beträgt 25.000 € und ist durch die Gesellschafter aufzubringen. Jeder Gesellschafter muß zum Gründungszeitpunkt jeweils wenigstens 25 % seines Anteils einzahlen; in der Summe müssen jedoch wenigstens 12.500 % eingezhalt werden. Lesen Sie mehr darüber im Artikel Stammkapital GmbH.

Um Ihre GmbH zügig und einfach zu gründen, verwenden Sie das Musterprotokoll oder einen elektronisch maßgenschneiderten Gesellschaftsvertrag. Beides wird erklärt im Artikel:

Mini AG | Kleine Aktiengesellschaft

Die mini-AG oder kleine AG ist eine Aktiengesellschaft, die nicht börsennotiert ist. D.h. bis zu ihrem Börsengang war auch die Deutsche Telekom AG per Definition eine “kleine AG”. Kleine AGs mit weniger als 500 Mitarbeitern sind mitbestimmungsfrei und können sogar von Einzelunternehmern gegründet werden. Sie dürfen ggf. auch alle Aktien allein halten; nur im Vorstand und Aufsichtsrat dürfen Sie als Einzelperson nicht gleichzeitig sein. Daher ist mindestens eine zweite mitwirkende Person erforderlich, wenn Sie als AG firmieren wollen. Das Mindest-Stammkapital für die Gründung einer AG (egal ob “klein” oder nicht) beträgt 50.000 €. Aktienwerte müssen auf volle Eurobeträge lauten. Wenn Sie ein Stammkapital 50.000 € wählen, dürfen Sie also (theoretisch) bis zu 50.000 Einzelaktien ausgeben.

AGs sind sehr komplex in der Handhabung. Im Buch “Die optimale Rechtsform” zitiert der Autor einen Experten mit der Aussage

Man muß ständig mit dem Gesetzestext unter dem Arm herumlaufen. Und der ist ungefähr fünfmal so dick wie bei der GmbH.

Sie sollten diese Rechtsform daher nur wählen, wenn Sie deutlich von den Besonderheiten der AG profitieren können. Neben Großunternehmen verwenden derzeit vor allem mittelständische Unternehmen diese Rechtsform.

Um mehr zu erfahren lesen Sie ein Fachbuch, z.B. “Die optimale Rechtsform”.

AG | Aktiengesellschaft

Aktiengesellschaften, die nicht börsennotiert sind, nennt man “kleine AG”- lesen Sie hierzu den Abschnitt “kleine Aktiengesellschaft”. Reguläre Aktiengesellschaften sind börsennotiert, d.h. wenigstens ein Teil ihrer Aktien werden an einer Börse gehandelt. Durch den Börsengang können Sie sich (wenn Ihr Unternehmen attraktiv für Investoren ist) Kapital beschaffen. Doch Vorsicht: Die große Komplexität, die bereits “kleine” AGs mit sich bringen (siehe oben) wird durch den Börsengang noch einmal deutlich vergrößert. Wahrscheinlich werden Sie gleich mehrere Fachleute mit den vielen Aufgaben betrauen wollen, die in diesem Zusammenhang anfallen. Um einen ersten Eindruck zu bekommen, können Sie jedoch zunächst ein Fachbuch lesen, z.B.”Die optimale Rechtsform”.

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