Wie sozial sind soziale Medien? Können Sie für B2B relevant sein?
Dieser Artikel behandelt die beiden Kernfragen:
- Wie sozial sind soziale Medien?
- Kann Social Media für das B2B Geschäft relevant sein?
Passend zum Thema ist dieser Beitrag in das größte dezentrale soziale Medium der Welt eingebunden, nämlich in die Blogosphähre. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, finden Sie weitere Beiträge zum Thema Wie sozial ist Social-Media? in der heute gemeinschaftlich erstellten Artikelsammlung zum Thema beim Webmaster Friday.

Kann Social Media für das B2B Geschäft relevant sein?
Da das Mini-GmbH Blog vor allem davon handelt, wie man eine Mini-GmbH gründen und zum Erfolg führen kann, werden sich viele Leser vor allem für die zweite (geschäftlich ausgerichtete) Frage interessieren. Hier die Antwort:
Im Geschäft mit Geschäftskunden (B2B) spielt häufig Vertrauen eine große Rolle. Vertrauen ist besonders dann wichtig, wenn nicht standardisierte, sondern individuell gefertigte Produkte oder individuell erbrachte Dienstleistungen eingekauft werden, deren Qualität einen Einfluß auf das Kerngeschäft des Auftraggebers hat.
Als Beispiel: Vor ca. zwei Wochen bin ich über ein Forum für mit einem potentiellen Kunden in Kontakt gekommen. Seitdem haben wir einige Nachrichten über das Forum, Facebook und E-Mail ausgetauscht. Gestern haben wir ausführlich telefoniert. Er erwägt, mich in meiner Eigenschaft als PHP-Entwickler und Cloud-Berater zu beauftragen. Für ihn gibt es viel zu gewinnen, denn seine Blogs ziehen viele Besucher an und der aktuelle Hoster ist zu langsam in der der Auslieferung der Inhalte. Sowohl menschliche Besucher, als auch Suchmaschinen schätzen es sehr, wenn Webseiten schnell laden. Da es sich bei dem potentiellen Kunden um einen hauptberuflichen Blogger handelt, braucht er definitiv Vertrauen, um jemanden an seine eigene Kern-Technologie heran zu lassen.
Diese Art von Vertrauen kann entstehen, wenn zunächst eine echter Kontakt besteht. Social Media kann dafür sowohl Türöffner und Wegbereiter sein, als auch eine gigantische zeitraubende Ablenkung:
Wie sozial ist Social-Media?
Diese Frage lässt sich leichter beantworten als sie vielleicht denken. Soziale Medien sind nicht sozial. Sie sind tot, kalt und 100 % nicht lebendig. Das einzige, was möglicherweise sozial sein kann, sind die Empfindungen von Menschen, die sich dieser Technologie bedienen. An dieser Stelle könnte der Artikel enden, doch die konkretisierte Frage finde ich viel zu spannend, um nicht nach einer Antwort zu suchen:
Wie sozial wird Social Media verwendet?
Um diese Frage beantwortbar zu machen, verwende ich die folgende Arbeitshypothese, bzw. Definition:
Sozial ist, was Menschen in echten Kontakt bringt. Diese These stützt sich auf die Annahme, dass der Mensch von Grund auf ein soziales Wesen ist, d.h. sich überhaupt erst im Kontakt mit anderen Menschen ganz entfalten und erleben kann. Echt nenne ich Kontakte dann, wenn Sie eine gewissen Intensität erreichen und von mindestens zwei Beteiligten auf ähnliche Art und in ähnlicher Intensität empfunden werden.
Wie echt sind digitale Kontakten
Um die im letzten Abschnitt eingeführte Echtheit von Kontakten weiter zu differenzieren hier zwei Beispiele.
- Wenn ein Fan einen Star anhimmelt, aber der Star von diesem Menschen kaum etwas wahrnimmt, besteht durchaus eine Art von Beziehung, denn der Fan bezieht sich ggf. auf den Star. Da diese Beziehung jedoch sehr unsymmetrisch ist, was ihre Intensität und Natur betrifft, zählt sie für mich nicht als echter Kontakt.
- Wenn zwei Tänzer (vielleicht zum ersten Mal?) argentinischen Tango miteinander tanzen, entsteht innerhalb von Sekunden ein Kontakt, den beide Menschen unmittelbar körperlich erleben. Sie mögen verschiedene Gedanken haben und auch die Empfindungen mögen variieren; dennoch dominiert die Gemeinsamkeit und Ähnlichkeit des Erlebens: Der gleiche Raum und Boden, die gleichen Menschen in der Nähe, die gleiche Musik, die Berührung und gemeinsame kooridiniert elegante Bewegung schaffen einen starken gemeinsamen Kontext. Hier findet echter Kontakt statt.
Lassen sich echte Kontakte digital erzeugen?
Sobald ein digital entstandener Kontakt mit einer gewissen Intensität empfunden wird, kann er jenseits der Gedankenwelt der Beteilligten Einfluss auf die materielle Welt haben. Beispeile aus meinem Leben:
- Als wir als de-Team, damals in der Anfangsphase des OpenOffice Projekts, das erste Mal gemeinsam auf der CeBIT aufgetreten sind, hat sich so ein Wechsel vollzogen. Die neue Intensität hat uns geholfen, das Projekt von 100 Downloads zu 100 Millionen Downloads zu entwickeln.
- Wenn mich ein Kunde, der mich über ein Forum oder meine Website bemerkt hat, beauftragt, eine Beratungs- oder Entwicklungsleistung zu erbringen, hat sich ein solcher Übergang vollzogen. Als Ergebnis können sich zehntausende Besucher an neue Features erfreuen oder einfach nur schneller auf die Inhalte des Kunden zugreifen.
- Letzte Woche bin ich über ein Forum mit einem Studenten in Kontakt gekommen, der nun bereits ein Praktikum in meiner Firma (der Market Valid GmbH & Co KG) angetreten hat. Als Ergebnis lernt jemand viel über den analytischen und gestaltetenden Umgang mit Suchmaschinen Rankings und erfährt das Erfolgserlebnis, Produkte unserer Kunden bei Google auf der ersten Seite zu sehen.
Die Antwort lautet also: Ja, echte Kontakte lassen sich digital erzeugen. Da Social Media ansonsten auch eine große Ablekung vom Wahren und Echten im Leben sein kann, gibt es viel zu gewinnen, indem man sich konsequent drauf ausrichtet, im Leben echte Kontkte zu erleben. Social Media hat hier ihren Platz als Türöffner und Wegbereiter.






